Man schrieb das Jahr 1906, als einige junge Männer beschlossen, einen „Fußballclub“ zu gründen.

Es waren die Herren: Willi Mürmann, Hermann Schmitz, Theo Tischler, Fritz Mebus, Fritz Gärtner, Max Samuel und Jakob Labuwy. Bereits in der am 16. April 1906 im Restaurant „Zum deutschen Kaiser“ Inh. Emil Bünger, Hildener Str. 43 abgehaltenen Gründungsversammlungen, auf der dem Verein der Name „Benrather Fußball-Club 06“ gegeben wurde, zeigte sich die erste große Schwierigkeit: die Beschaffung eines Spielplatzes. Es gab damals keine Behördenstelle, bei der man ein diesbezügliches Anliegen mit Aussicht auf Erfolg hätte vortragen können. .„Sich selbst helfen“ hieß damals die Parole. Aber auch dieser Selbsthilfe waren – bei allem Idealismus des einzelnen Sportlers – Grenzen gezogen. Geld, nach den Begriffen von heute und speziell aus Spieleinnahmen, besaß man ja keins, außer dem spärlichen Taschengeld, über das der einzelne verfügen konnte. Hiervon musste er ja insbesondere auch noch seine eigene Fußballausrüstung samt Köfferchen und außerdem, wenn es erforderlich war, noch seine Reisespesen bezahlen. Wie viele Groschen mussten damals zusammengetragen werden, um allein einen Fußball oder Torstangen zu kaufen. In Kleinenbroich beim Bauer Höttgen fand man schließlich noch eine buckelige Wiese – es wurden 50 Mark Jahrespacht gefordert – auf der das erste Spiel gegen BV 04 stattfand und 4:2 gewonnen wurde. Am 23. November 1908 wurde der Benrather Fußball-Club beim WSV angemeldet und am 17. Mai 1909 aufgenommen. Der Verein wurde der damaligen C-Klasse zugeteilt. Am 1. Januar 1910 betrug die Mitgliederzahl bereits 43. Der erste größere Erfolg wurde mit der Meisterschaft in der C-Klasse errungen, und zwar 1914 in zwei Entscheidungsspielen gegen „Fortuna Düsseldorf“ und „Preußen Düsseldorf“. Endscheidungsspiel um die Bezirksmeisterschaft: Benrath – Preußen Düsseldorf 2:1 Benrath wurde dadurch Meister der C-Klasse 1913/14 und stieg in die B-Klasse auf.

Die Meisterschaft wurde mit nachstehender Mannschaft errungen:

Strang

David          Wessarg

Schmidt          Fr. Mebus          Boldt

Gärtner          Rocholl         Neff          Engels          Holthausen

Beginnen wir diesen Bericht mit dem Endspiel um die deutsche Meisterschaft am 18. Mai 1930 gegen „Eintracht Frankfurt“ in Frankfurt. Am 17. Mai fuhr der VfL Benrath in einer herrlichen Fahrt durch den Westerwald und den Taunus mit dem Autobus in die Heimat des süddeutschen Meisters. Die Fahrt verlief sehr harmonisch und es wäre sehr schön gewesen, wenn auch das Spiel so verlaufen wäre; aber es sollte ganz anders kommen. In Frankfurt wurde im Hotel „Kronenhof“ Quartier bezogen und nach kurzer Erholung von der ziemlich anstrengenden Fahrt eine Besichtigung des Stadions beschlossen. Dort angekommen, erlebten die Benrather ihre erste Enttäuschung:der Fußballplatz war mit dem in Düsseldorf durchaus nicht zu vergleichen, der Rasen vor den Toren war buckelig und die Tore waren 10 cm niedriger als es die Regel vorschreibt. Selbst die Torpfosten waren nur aus Eisenstangen mit davor gelegten Brettern. Die nächste Enttäuschung waren die Zeitungsberichte: „ Wer sind eigentlich diese Benrather?“

Hohmann mit Köpfchen

Kark Hohman Benrath, geboren19.06.1908
Spielte 26 mal in der
Deutschen Nationalmannschaft
von 1930-1937 und
schoß 20 Länderspieltore

Fragte u. a. ein viel gelesenes Frankfurter Sportblatt. Sie, die Benrather wünschten nur, dass nach diesem Spiel die Frankfurter genau wissen würden wer „ diese Benrather“ sind.

Bei herrlichem Sonnenschein begann dann am Sonntagnachmittag vor 20000 größtenteils aus Frankfurt stammenden Zuschauern das Spiel gegen Eintracht Frankfurt Obwohl die Frankfurter Eintracht mit einem haushohen Sieg rechnete, musste sie feststellen, dass man die Benrather Jungs doch sehr unterschätzt hatte.

Unter starken Anfeuerungsrufen des Frankfurter Publikums begann das Spiel überaus nervös. Schiedsrichter Petersen aus Hamburg, von der Unruhe wahrscheinlich angesteckt, schickte schon nach 15 Minuten den Benrather Linksaußen Max Schmitz, wegen eines harmlosen Remplers, frühzeitig in die Kabine. Diese Entscheidung des Unparteiischen wurde sogar von dem damaligen Eintrachtpräsidenten Graf von Beroldingen kritisiert. Als dann wenige Minuten später auch Linksläufer Hoffmann II des Feldes verwiesen wurde, schien Benraths Niederlage besiegelt. Beim Pausenstand von 0:0 wurden die Seiten gewechselt.

Neun Benrather kämpften bis zur Erschöpfung, und erst eine Viertelstunde vor Schluss konnte Lochschmidt mit einem unhaltbaren Schuss bezwungen werden. 10 Minuten vor Spielende brach ein solcher Wolkenbruch aus, der den Rasenplatz in ein Schwimmstadion verwandelte. Da die Spieler in dem niederprasselnden Regen nicht mehr zu erkennen waren, brach der Schiedsrichter das Spiel ab.

Obwohl alle mit einem Wiederholungsspiel rechneten, ließ der Schiedsrichter nach Beendigung des Unwetters weiterspielen, und fast wäre Karl Hohmann noch der Ausgleich geglückt, wenn er nicht kurz vor dem Tor in einem Wasserloch stecken geblieben wäre.

Obwohl Benrath das Spiel mit 0:1 verloren hatte, ließ die große Leistung alle Sportfreunde in Deutschland aufhorchen. Wie groß auch in der Heimat die Anteilnahme war, erlebten die Benrather Spieler bei der Heimkehr. Schon am Lindenhof in Benrath warteten Tausende Sportfreunde und mit Fackeln und Musik wurde durch die Hauptstraße zum Vereinslokal Lampenscherf marschiert, wo der Abend dann bei einer kleinen Feier seinen Abschluss fand.

An dem von Benrath selbstveranstalteten Pokal-Turnier, das Pfingsten 1931 stattfand, nahmen Spora-Luxemburg, SV Wiesbaden, und der VfR Fürth teil. Durch ein Unentschieden zwischen Fürth und Benrath im Endspiel gab es keinen Turniersieger.
In einem weiteren Pokal-Turnier, das von Union sportive Luxemburg vom 15.-17. August veranstaltet wurde, gewannen die Benrather gegen den Gastgeber 8:1 und gegen Red Boy’s Differdingen 2:1.Im Jahre des 25-jährigen Bestehens des VfL Benrath wurden sie am Ende der Spielsaison 1930/31 nach zwei verlorenen Meisterschaftsspielen Tabellenzweiter. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums veranstaltete der VfL Benrath in der Zeit vom 6.-13 Juni auf seinen Sportplätzen eine für die Gedanken des Sport werbende Sportwoche, der eine Eröffnungsfeier im überfüllten Saal des Schloßhotels vorausging, wobei die Gründer des Vereins von dem am 24.1.31 gewählten 1. Vorsitzenden Jac. Groos, als Nachfolger von A. Kraushaupt, besonders geehrt wurden und mit der bronzenen Plakette und einem Begleitschreiben ausgezeichnet wurden. Zum Jubiläumsspiel waren die alten Freunde BV 04 Düsseldorf geladen, gegen die sie ihr erstes Spiel im Jahre 1906 auf der buckeligen Wiese in Kleinenbroich 4:1 gewannen. Ein Freundschaftsspiel gegen BV 04 wurde vom VfL Benrath gewonnen, und zwar wieder mit 4:1 in folgender Aufstellung: Wildhagen, Schnee, Pehl I, Hoffmann, Besgen, Hotze, Leonard, Nelles, Schneider, Rasselnberg und Schmitz. Im zweiten Spiel der Festwoche gewann der Vfl gegen Speldorf 5:3 Am 11. Juli 1931 wurde vor Beginn der Saison 32/33 der damalige 1. Vorsitzende Jac. Groos wiedergewählt, und eine Einrichtung einer vereinseigenen Geschäftsstelle beschlossen. Geschäftsführer wurde das Gründungsmitglied Willi Mürmann.

3 Stützen des Vfl Benrath v.links:
Karl Hohmann, Theo Bünger
und Paul Hanse

Als Trainer wurde der ungarische Spieler Paul Horvart verpflichtet. Besonders zu erwähnende Freundschaftsspiele in dieser Saison waren die Spiele gegen München 1860 (3:2 gewonnen) gegen Schwarz-Weiß Essen (6:2 gewonnen) und gegen Fortuna Düsseldorf (3:2 gewonnen). Als besondere Erinnerung blieb das Spiel gegen die ungarische Spitzenmannschaft Ferenszvaros TC Budapest, das mit einer Kombination von VfL und Fortuna 2:2 unentschieden endete. In allen Meisterschaftsspielen dieser Saison blieben die Benrather ungeschlagen, mit 91:27 Toren (Durchschnitt pro Spiel 7:2) wurden sie Gruppenmeister und damit Teilnehmer an den Spielen um die Bezirksmeisterschaft.

Vfl Benrath gegen Arminia Bielefeld
Theo Bünger hatte das Nachsehen.

In diesen letzten Spielen erzielten sie gegen Fortuna Düsseldorf und Schwarz-Weiß Essen je ein Unentschieden und in Münster gegen Münster 08 sogar eine Niederlage 4:2. Das letzte Spiel musste ein Gewinn werden, um das Ziel zu erreichen, während für den Gegner Schwarz-Weiß Barmen, schon ein Unentschieden gereicht hätte. Leider endete dieses Spiel tatsächlich mit einem Unentschieden (1:1), aus dem Barmen als Bezirksmeister hervorging. Dieser Misserfolg wurde jedoch wieder wettgemacht, indem sich die Benrather im Verlauf der Pokalspiele und im Endspiel wieder gegen Schwarz-Weiß Barmen im Elberfelder Stadion den bergisch-märkischen Pokalmeistertitel holen. Nach zweimaliger Verlängerung endete dieses entscheidende Spiel 2:2 und wurde durch Losentscheid zugunsten des VfL entschieden. Als Bergisch-Märkischer Pokalmeister nahmen die Benrather an der westdeutschen Pokalmeisterschaft teil und spielten gegen den FV Neuenahr 9:2, gegen Arminia Bielefeld 4:2 und gegen den Rheydter Spielverein 3:2. Der Gewinn dieser Spiele brachte dann den stolzen Titel „Westdeutscher Fußball-Pokalmeister“.

Hubert Leonard ist allen auf und davon.

Als westdeutscher Pokalsieger wurde der VfL zugleich 3. Vertreter um die deutsche Meisterschaft und trat zum ersten Spiel am 8. Mai 1932 gegen den HSV in Hamburg-Altona an. Leider waren einige Spieler im vorangegangenen Spiel gegen Alemannia Aachen erheblich angeschlagen, und zum allgemeinen Entsetzen kam kurz vor Beginn noch ein Telegramm des WSV, worin die Spielberechtigung für Heini Köhler abgelehnt wurde. Gerade die Verstärkung durch H. Köhler war für die Mannschaft wichtig. Vor einer riesigen Zuschauerkulisse trat der VfL mit folgender Mannschaft an: Wildhagen, Braun, Bünger, O.Hoffmann, Besgen, Hotze, Leonard, Stoffels, Hohmann, Rasselnberg und Schmitz. Der HSV hatte folgende Aufstellung: Blunk, Beier, Risse, Mahlmann, Halversen, Carlson, Streitruts, Gloede, Dörfel, Noak und Gröber.Der Verlauf dieses Spiels wurde über eine fast störungsfreie telefonische Verbindung direkt in die Säle des Benrather Schloßhotels und des Hauses Wagner übertragen. Der Halbzeitstand lautete 1:0 für den HSV, in der 59. Minute erzielte dann Rasselberg den Ausgleichstreffer.

Durch zwei Fehler der Benrather Hintermannschaft erzielte der HSV einen sehr schmeichelhaften 3:1 Sieg.Das Spiel gegen den Harburger Turnerbund, zu dem sie nach dem Spiel gegen den HSV eingeladen wurden, gewann der VfL dann glatt mit 8:1 unter Mitwirkung von H. Köhler. In der Generalversammlung, die am 15. Juli aus vereinsinternen Gründen stattfand, wurde der bisherige Vorstand zum Teil wiedergewählt, und mit zahlenmäßig sehr knapper Mehrheit wurde statt Jac. Groos nun F. Billig 1. Vorsitzender.

Aus den Gruppenspielen dieser Saison ging der VfL als Meister hervor, verlor jedoch die berg.-märk. Meisterschaft an Fortuna Düsseldorf. Durch diesen Verlust angespornt, legte man jetzt gesteigerten Wert auf die Spiele der Pokalrunde. Zunächst wurde der Rheydter Spielverein 3:2 geschlagen, daraufhin der FC Neuendorf 7:2 und zuletzt Schwarz-Weiß Essen 3:1. Wieder war der VfL Benrath Westdeutscher Pokal-Fußballmeister. Leider verlor er auch gleich das erste Spiel um die deutsche Meisterschaft gegen den FC München 1860. Im Juni 1933 trennte sich dann leider Paul Horvart vom VfL, dem die Mannschaft soviel zu verdanken hatte. Neuer Trainer wurde der Sportlehrer Kretschmann für die Senioren-Fußballer, während der seit 1932 für den VfL tätige Sportlehrer Just die Handballer, Leichtathleten und Jugendfußballer trainierte. Die Meisterschaftssaison 33/34 führte den VfL  mit den namhaftesten Vereinen des Niederrheins zusammen, wie z. B. Rheydter Spielverein, Preußen Krefeld, Fortuna Düsseldorf, Schwarz-Weiß Essen, Hamborn 07, Duisburg 08, Duisburg 99, Schwarz-Weiß Barmen, Preußen Essen, Alemannia Aachen, Borussia M.-Gladbach u. v. a. Im Kreis dieser Spitzenmannschaften errang der VfL im Endspiel gegen Duisburg 08 am 2. April 1934 mit 3:0 die Niederrheinmeisterschaft.

Theo Bünger und Hubert Braun
behalten die Übersicht.

Bei der Meisterschaftsfeier am gleichen Abend überbrachte Gauführer Ehle die Einladung zum ersten Spiel um die deutsche Meisterschaft, die nun nicht mehr nach dem K.-o.-System ausgetragen wurde, sondern nach Punkten.

Karl Hohmann
wird doppelt Abgeschirmt

Der VfL Benrath wurde mit Werder Bremen, TV Eimsbüttel und Schalke 04 in die Gruppe „Nordwest“ eingereiht. Das erste Spiel gegen TV Eimsbüttel wurde mit 5:1 in Hamburg verloren, gegen SV Werder in Bremen wurde ein Unentschieden erzielt und gegen Schalke 04 vor 30000 Zuschauern ein 1:0 durch Leonard und Hohmann. Die Rückspiele verliefen erfolgreicher: gegen Eimsbüttel 4:1 ebenso gegen Werder Bremen. Lediglich im Spiel gegen Schalke 04 musste eine 2:0 Niederlage in Kauf genommen werden, die niemals eingetreten wäre, wenn der Schiedsrichter Brunser aus Wiesbaden das erste Tor der Schalker, das aus klarer Abseitsstellung erzielt wurde, nicht anerkannt hätte. Sämtliche Spiele um die Meisterschaft mussten ohne Jupp Rasselnberg bestritten werden, der beim Rückspiel gegen Alemannia Aachen verletzt worden war.In der Jahreshauptversammlung am 21. September gab es keine nennenswerten Ereignisse, der bisherige Vereinsführer blieb im Amt.

In der neuen Meisterschaftssaison 34/35 wurde der VfL nach eindeutigen Siegen neuer und alter Niederrheinmeister.

Ein dramatisches Spiel gegen Fortuna Düsseldorf endete vor 25000 Zuschauern im Rheinstadion 0:0 und gegen Preußen Krefeld mit dem gleichen Ergebnis. Im ersten Spiel um die deutsche Meisterschaft ging es gegen Phoenix Ludwigshafen, das mit einem Unentschieden endete. Im zweiten Spiel gegen VfR Köln vor 15000 Zuschauern erreichte der VfL dann ein 5:0, und das dritte Spiel gegen VfR Mannheim wurde 3:2 gewonnen. Die Rückspielergebnisse: Phoenix Ludwigshafen 2:1, VfR Köln 1:0, VfR Mannheim wie beim ersten Spiel 3:2. Otto Hoffmann bestritt an diesem Sonntag sein 500. Spiel.

Josef Rasselnberg
ist allen auf und davo

Zum Spiel um die erste Zwischenrunde am 2.Juni fehlte Karl Hohmann in Leipzig gegen den VfB Stuttgart. An seiner Stelle spielte Gerhard Stoffels, und dieses Spiel ging leider 4:2 verloren. Durch den Verlust dieses Zwischenrundenspiels wurden die Benrather von einer weiteren Teilnahme an den DFB-Spielen ausgeschlossen. Zu einem Turnier während der Osterfeiertage war der VfL von Minerva 93 Berlin eingeladen, an dem auch Hertha BSC und SpV Fürth (Bayernmeister) teilnahmen. Gegen Hertha gewann der VfL 3:1 verlor aber gegen den Turnierveranstalter 4:2. Turniersieger wurde SpV Fürth.
Im Dezember 1934 wurden die Spieler Hohmann, H.Stoffels, Rasselnberg, Lenzki und O.Hoffmann sowie Iwaszkiewicz von den Handballern vom „Reichbund für Leibesübungen“ als Olympia-Anwärter verpflichtet. Die Generalversammlung am 13. Juli 1935 brachte den lang ersehnten Wechsel der Vereinsführung. Mit 137:7 Stimmen wurde Jac.Groos Vereinsführer, Geschäftsführer wurde Willi Mürmann, und Jupp Tigelkamp übernahm die umfangreiche Jugendabteilung.

Otto Hoffmann
wird für 500 Spiele ausgezeichnet.